Hallo Lieblingsmensch(en) - Trauzeugen & Brautjungfern

Bei der Hochzeitsplanung 2016/17 wird euch jeder Pragmatiker sagen, dass man Trauzeugen heutzutage nicht mehr braucht.

Die ambitionierte Traurednerin und die kreativen Hochzeitsfotografen werden euch aber in jedem Fall sagen: DOCH! Trauzeugen und Brautjungfern werden euren Hochzeitstag bereichern.

 

Was wäre eine Hochzeit ohne Freunde? Diejenigen, die sich für eine große Feier entschieden haben, werden neben wichtigen Familienmitgliedern auch einige Freunde einladen. Manche kennt ihr von der Arbeit, andere schon ein ganzes Leben und wiederum einige ganz spezielle haben eine Verbindung zu euch, die man schwer erklären kann.
Vielleicht kennen sie euch schon viel länger als der Partner den ihr heiratet? Seht ihr euch nur selten und könnt trotzdem immer wieder an das letzte Treffen anknüpfen, egal wie viel Zeit vergangen ist? Ganz gleich was eure Freundschaft so besonders macht – einen Freund zum Trauzeugen oder Brautjunger am wohl wichtigsten Tag des Lebens zu ernennen, ist eine ganz besondere Auszeichnung. Auch Geschwistern und Verwandten kann diese Ehre zu teil werden – Verwandtschaftsgrade sind schließlich kein Ausschlusskriterium – im Gegenteil.

Wer hat´s erfunden?

Bis heute sind Trauzeugen in der Kirche gewünscht und bis 1998 auch bei der standesamtlichen Trauung sogar vorgeschrieben um die Eheschließung zu beglaubigen.
Brautjungfern zu erwählen war hingegen nie Vorschrift und geht auf einen alten Brauch zurück, der die Braut vor bösen Geistern schützen soll. So lenken die hübschen Damen, die der Braut ähnlich sehen sollen, den Spuk vom Brautpaar fern. Der „Best Man“ stand dem Bräutigam sogar als Schutz zur Seite, da dieser ja bei einer Vermählung abgelenkt sein könnte und so nicht kampfbereit war.


Wer sich für eine freie Trauung gern Trauzeugen zur Seite holen möchte, muss aber weder traditionsbewusst noch abergläubisch sein. Schließlich gibt es so viele gute andere Gründe um an diesen besonderen Ämtern festzuhalten.

 

Aus großer Macht folgt große Verantwortung.

Mit der Ehre eines solchen Amtes gehen natürlich auch einige Erwartungen und Wünsche einher. Ob Junggesellenabschiede oder die Koordinierung der Gäste am großen Tag – oft sind es genau solche Hürden, die die besten Freunde zu bewältigen haben. Ich empfehle allen Beteiligten sich bei der Aufgabenverteilung gut abzusprechen, damit es zur Hochzeit keine - im wahrsten Sinne - ungewollten Überraschungen gibt. Denkt also bitte bei der Wahl auch daran, dass eine frischgebackene Mama oder auch der beste Freund am anderen Ende Deutschlands womöglich nicht all diesen Träumen gerecht werden können.

 

Wieviel darf´s denn sein?

Ob nun ein, zwei oder viele – auf eine bestimmte Anzahl seid ihr natürlich nicht beschränkt. Auch der Bräutigam muss sich hier nicht nur auf seinen besten Freund festlegen, sondern darf die Zahl seiner „Groomsmen“ passend zu den Brautjungfern festlegen.
Die Zahl von jeweils 3 Begleitern zu überschreiten (= insgesamt 6) würde ich euch aber nur dann raten, wenn ihr euch wirklich nicht anders entscheiden könnt. Sehr schnell wird es sonst nicht nur bei der Aufgabenverteilung unübersichtlich.
Es kann ebenfalls von Vorteil sein für die aktive Beteiligung bei Bräuchen, Ritualen in der Trauung oder gar der Aufgabenverteilung einen „Best Man“ und eine „Maid of Honour“ ('Haupt-Trauzeugen') festzulegen.
Um dem ganzen dann noch die optische Krone aufzusetzen ist ein besonderes Outfit natürlich sehr zu wünschen – nach amerikanischem Vorbild sogar unentbehrlich. Das müssen aber nicht immer teure Roben sein. Kleine Anstecker, farblich passende Accessoires, abgestimmte Sträuße oder auch ähnliche Farben können schon Hinweis genug sein, das man es nicht mit einem normalen Hochzeitsgast zu tun hat.

           

      

Erst die Arbeit - dann das Vergnügen (oder doch umgekehrt?)

Der Augenblick ist gekommen und der Tag der Tage ist da – eure Trauzeugen und Brautjungfern sind genauso aufgeregt wie ihr und warten nun mit euch gemeinsam auf den Einzug zur Trauung. Sie haben oft überlegt womit Sie euch eine Freude machen können und in der Zeremonie sind es neben euren Eltern vor allem Sie, die mit euch bis zum Ja-Wort mitfiebern und auch mal ein Tränchen verdrücken (auch die Jungs - selbst wenn die gern so tun als wäre es nicht so).
Genau aus dem Grund sind kleine Rituale mit Symbolkraft etwas besonders, dass nochmal unterstreicht, wie stark das Band der Freundschaft ist. Wenn ihr solche Rituale lieber zu zweit oder mit der Familie durchführen möchtet, kann man auch auf andere kleine Beiträge oder Lesungen ausweichen.

Aber auch die introvertierten Brautjungfern müssen sich keine Gedanken machen – bei der Vorbereitung eurer Trauung sprechen die meisten Redner (ich auf jeden Fall!) mit euren Trauzeugen um das ein oder andere Detail über euch in Erfahrung zu bringen. Solche Anekdoten werten die Zeremonie nicht nur auf, sondern zaubern oft auch ein Lächeln in das Gesicht aller Mitwisser.

Ob vor oder nach der Trauung. Beim Brautpaarshooting werden euch eure Unterstützer begleiten. Amüsiert euch gemeinsam und auch eure Trauzeugen und Brautjungfern dürfen mal kurz die geplanten Aktionen und die Hochzeitsgesellschaft vergessen.
Ein Moment für euch als Hochzeitspaar – aber auch ganz besondere Momente für euch, um das Glück mit euren engsten Freunden zu teilen, denn das haben die sich dann auch redlich verdient. Liebe UND Freundschaft. Zwei unverzichtbare Dinge in unserem Leben und es Wert an einem solchen Tag nicht in Konkurrenz stehen zu müssen.
Und ich glaube, dass ich euch nicht zu viel verspreche, wenn ich prophezeie, dass so ein Ereignis noch fester zusammenschweißt.

 

Fotos:  (c) Paul Träger 

Vielen lieben Dank für deine schönen Bilder