Ein kleines Zahlenspiel

Wir haben einmal 100 Trauredner befragt… klingt ein bisschen wie eine bekannte Quizsendung, doch tatsächlich haben wir genau das einmal gemacht, denn wer sich über den noch sehr jungen Beruf informieren möchte, hat sonst wenig Chancen. Eine einheitliche Gestaltungen oder gar offizielle Zahlen findet man kaum. Das macht es für Brautpaare und Neueinsteiger zuweilen sehr schwer sich einen Überblick zu verschaffen.

Was leisten deutschsprachige Trauredner und Theologen und wie gestalten sie eine Freie Trauung mit ihren Paaren – was kosten Sie und gibt es regionale Unterschiede?

Hier sind die Ergebnisse einer Umfrage von 2016.

 

Der persönliche Kontakt zu den eigenen Brautpaaren hat einen sehr hohen Stellenwert. Die Hälfte der Redner gaben an, sich mindestens 2-mal mit ihren Paaren zu treffen. Auch 3 und mehr Treffen sind mittlerweile fast schon üblich geworden. Auf Gespräche verzichten möchte niemand mehr. Beim Schreiben der Traurede für den wichtigsten Tag, soll es am Ende schließlich nicht an der persönlichen Note mangeln.

Dafür werden kaum vorgefertigte Reden oder Baukastensysteme verwendet. Eine Trauzeremonie entsteht bei 85% der Trauredner immer wieder ganz neu.

Kein Wunder, dass dies nicht in wenigen Arbeitsstunden erledigt ist. Die wenigsten schaffen es mit nur 10 Arbeitsstunden auszukommen. Bis zu 25 Stunden beträgt die durchschnittliche Arbeitszeit, die ein freier Redner für ein Brautpaar aufbringt. 19% planen sogar deutlich mehr Zeit ein um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. Kein Wunder also, dass bei so viel Einsatz und Detailarbeit 56% der Redner bereits Hauptberuflich ihrer Arbeit nachgehen.

Eine Freie Trauung maßzuschneidern ist also eine sehr leidenschaftliche Tätigkeit geworden und da fragt man sich, was ist ein gerechtfertigter Preis für eine solche Leistung?
Zwischen 300,- und 1700,- Euro bezahlt man im deutschsprachigen Raum bei unseren befragten Rednern – im Durchschnitt 776,- Euro. (Es wurden ausschließlich Bruttopreise erfragt, ungeachtet ob und welcher Mehrwertsteuersatz zu entrichten ist.)

Regionale Unterschiede sind dabei deutlich zu erkennen. Über 200,- mehr muss man in Norddeutschland mitbringen, wenn man mit den östlichen Bundesländern vergleicht. Ob dies gerechtfertigt ist? Vielleicht genau wegen dieser Diskrepanz empfindet jeder 4. Trauredner seine eigenen Angebote als preiswert oder sogar zu günstig. Außer im Preis haben wir bei Leistungen und Arbeitsaufwand nämlich kaum nennenswerte regionale Unterschiede finden können.

Dafür wird natürlich auch viel geboten. Immer individueller und kreativer wird gearbeitet. Dabei denkt sich jeder zweite Redner eigene Rituale und Abläufe aus und organisiert diese für das Brautpaar. Egal ob persönlich angeschaffte Technik, Gesang oder die Dekoration des Trauorts. Die Zusatzleistungen der Freien Redner sind vielfältig und für die Paare durchaus bequem.

Ob diese Umfrage nun repräsentativ ist? Wohl kaum. Aber zumindest ein guter Anhaltspunkt für alle Paare und Redner selbst. Was kann man erwarten und was kann ein Redner überhaupt leisten? Eine junge Branche, die sich nicht mehr mit der Frage der Notwendigkeit beschäftigt, sondern zunehmend mehr Paare glücklich macht und dafür sorgt, dass sie fernab von Bürokratie und Religion die Zeremonie erleben können, von der sie immer geträumt haben.

 

Grafik Preisverteilung Deutschland

 

 

 

 Statistik Preisverteilung

 

Vielen Dank an alle Theologen, Redner, Zeremonienmeister und wie wir uns sonst so nennen. Die Angaben waren freiwillig und anonym abzugeben – dies ist keine offizielle Studie oder Statistik und dennoch fand ich es sehr spannend und aufschlussreich. Danke an alle die mitgemacht haben.