Bräuche, Rituale und Traditionen...

Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist: „Wie läuft denn die Freie Trauung ab?“

Prinzipiell kann man darauf nur antworten: So wie es sich das Brautpaar wünscht. Aber mit dieser Antwort allein, würde ich viele Paare sicher im Regen stehen lassen. Die Freiheit alles allein entscheiden zu können bedeutet noch nicht gleich, das jedem Paar sofort hundert Ideen in den Kopf schießen, wie man es vielleicht anders oder persönlicher machen kann.

 

Neben einer sehr persönlichen und individuellen Hochzeitsansprache oder auch Traurede spielen schließlich noch viele weitere Elemente beim Aufbau einer Trauungszeremonie eine Rolle. Manche, wie der feierliche Einzug zur Musik, stehen dabei oft gar nicht zur Diskussion, weil sie so unumstößlich zu unserer Vorstellung von Hochzeit dazugehören, dass niemand sie in Frage stellen würde. Auch der feierliche Schwur – das Eheversprechen – gehört dazu, auch wenn über die Form immer wieder diskutiert wird, denn er kann sowohl als einfache Frage formuliert werden, aber auch als ganz persönliches Versprechen für den eigenen Partner abgegeben werden. Dies ist eine sehr emotionale Angelegenheit und kann daher in Verbindung mit Aufregung und Nervosität auch schnell angsteinflößend wirken. Als Alternative und goldenen „Mittelweg“ empfiehlt sich daher für unentschlossene Paare die Variante, bei der von der Traurednerin ein Versprechen vorgesprochen wird, und man selbst dann Satz für Satz wiederholt. So erspart man dem vielleicht flattrigen Nervenkostüm das Auswendiglernen und im Zweifel auch das Vergessen seines eigenen Versprechens.

Zur Trauungszeremonie gehören auch Rituale. Dann höre ich oft: „Rituale? Ist das etwas esoterische oder hat das was mit Kirche zu tun? – Müssen(!) wir das machen?“

Ein Ritual ist eine Handlung, die nach vorgegebener und meist traditioneller Überlieferung abläuft. Es ist meist eine formelle Handlung und hat dabei einen festlichen Charakter mit hohem Symbolgehalt – so viel zur Theorie. Ohne dass wir es also bewusst als Ritual wahrnehmen, gehören doch bestimmte Abläufe für uns zum klassischen Bild einer Hochzeit dazu, wie zum Beispiel der Ringtausch nach dem Eheversprechen. Selbst bei der Standesamtlichen Hochzeit ist dieses Ritual inzwischen zum festen Bestandteil geworden und zeigt nach außen: ‚ Wir haben uns ein Versprechen gegeben und möchten diese Verbundenheit auch im Alltag nach außen sichtbar zeigen ‘.

Auch das Entzünden einer Hochzeitskerze ist ein Ritual, wenn auch mit anderer Bedeutung. Schon seit dem Mittelalter soll die Flamme, die während der Trauzeremonie entzündet wird, die Wünsche des Brautpaares zum Himmel hochtragen und in schweren Zeiten Hoffnung und Trost spenden. Sie ist auch ein allseits beliebtes Hochzeitsgeschenk geworden und findet immer wieder in Form von zeitgenössischen Gedichten Platz im Verlauf der Trauungszeremonien. Der Bezug zur klassischen christlichen Zeremonie ist aber allgegenwärtig, weshalb der Wunsch nach neuen und religiös unabhängigen Ritualen mit eine eigenen Symbolik immer größer wird.

Ein Ritual, das in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, ist das ‚Sand gießen‘. Dabei werden nicht nur optisch zwei Sandfarben in einem Gefäß miteinander vermischt – es soll auch symbolisch nach außen gezeigt werden: ‚Wir gehören ab heute unzertrennlich zusammen‘. Doch nicht nur die Zusammengehörigkeit, kann in diesem Ritual ausgedrückt werden. Durch die farbliche Schichtung wird auch das Einbringen von unterschiedlichen Eigenschaften und Talenten in die Beziehung hervorgehoben. Ein sehr schöner Gedanke und auch eine schöne Erinnerung und vielleicht ist das auch der Grund, warum sich immer mehr Paare für eine solche Variante in Ihrer Freien Trauung entscheiden.

Zahlreiche weitere Varianten stelle ich euch gern auch persönlich und anschaulich in meinen Vorbereitungsgesprächen vor. Vielleicht bietet sich aber auch etwas ganz einzigartiges und besonderes an, das ganz speziell zu euren Vorstellungen oder eurer eigenen Geschichte passt. Warum nicht mal etwas Neues wagen?

Für welche Form ihr euch am Ende entscheidet und welches Ritual ihr für eure Zeremonie auswählt – wichtig ist nur, das ihr etwas damit verbinden könnt und der Ablauf eurer Vorstellung von Hochzeit entspricht. Das Gefühl etwas machen ‚zu müssen‘ und doch eigentlich gar nichts damit anfangen zu können, darf zum Schluss der Planung eurer Freien Trauung nicht mehr vorhanden sein.

Wenn ihr am Ende dieses kleinen Textes immer noch keine genauen Vorstellungen vom Ablauf eurer Trauung habt, dann macht euch keine Sorgen. Die wenigsten Paare kommen mit einem bereits bestehenden Plan in das erste Gespräch. Wenn ihr gern mehr über mögliche Elemente und Inhalte der Freien Trauung erfahren wollt, dann vereinbart einfach ein unverbindliches erstes Kennenlernen mit mir und wir finden gemeinsam raus, welche Möglichkeiten für euch in Frage kommen können.

Ich freu mich auf euch